„KelRide“ – dieser Name steht für ein Konsortium, das den Einsatz hoch automatisierter Shuttles im ländlichen Raum in der Praxis auf öffentlichen Straßen erprobt. Anfang 2024 startete das Projekt, an dem wir als Konsortialpartner beteiligt sind, in die finale Phase. Seitdem fahren gleich fünf hoch automatisierte Fahrzeuge des Technologieunternehmens EasyMile auf einem 30 km umfassenden Straßennetz im niederbayerischen Landkreis Kelheim. Dadurch entsteht die bisher größte zusammenhängende Abdeckung mit hoch automatisiertem Verkehr im öffentlichen Raum in Europa.
In diesem Betriebsgebiet von Rekordgröße fahren die Shuttles nicht etwa nach Fahrplan und auf festen Linien, sondern völlig flexibel als On-Demand-Dienst mit definierten Haltestellen. Fahrgäste können „KEXI“ (Kelheim Express Individuell) buchen; die Technologie ermöglicht es, autonome Fahrzeuge dynamisch in Echtzeit zu routen.
Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing, dessen Haus das Projekt mit knapp 10 Millionen Euro fördert, ordnet dessen Potenzial hoch ein: „Das autonome On-Demand-Shuttle kommt genau dann, wann ich es brauche, und ermöglicht als Zubringer zu Bahn und Regionalbus den flexiblen Umstieg auf den ÖPNV. Das Projekt ‚KelRide‘ zeigt, dass autonome Shuttles auch im ländlichen Raum Zukunft haben. Mit einem Einsatzgebiet von 30 Kilometern setzt der Landkreis Kelheim neue Maßstäbe für den Betrieb hoch automatisierter Shuttles in Deutschland und Europa.“
TÜV Rheinland validiert Sensortechnologie und Software für bessere Allwetterfähigkeit
„KelRide“ hat sich ferner erfolgreich einer der größten Herausforderungen für den sicheren Betrieb hoch automatisierter Fahrzeuge gestellt: Ungünstige und wechselnde Wetterbedingungen wie starker Schneefall, Regen oder Nebel können fahrerlose Mobilitätslösungen bislang normalerweise noch einschränken. Neue Sensortechnologien und adaptive Softwarelösungen verbessern jetzt die Allwetterfähigkeit der Shuttles, so dass die Verfügbarkeit des Mobilitätsdienstes steigt. EasyMile hat die Shuttles mit den entsprechenden Sensoren ausgestattet, und TÜV Rheinland führte alle nötigen Tests auf einer modernen Teststrecke, dem Proving Ground ZalaZONE, durch.
Erfahrung mit hoch automatisierten Systemen und Kompetenz für KI-Anwendungen eingebracht
Durch die Partnerschaft mit ZalaZONE, einem 265 Hektar großen Testgelände in Ungarn, eröffnet TÜV Rheinland seinen Kund:innen den Zugang zu einzigartigen Testsystemen, Kommunikationsnetzen und Simulationsumgebungen. So bietet TÜV Rheinland einen One-Stop-Shop im Bereich hoch automatisierter Systeme – entwicklungs- und homologationsbegleitend.
In dem Konsortium – zu dem neben Konsortialführer EasyMile auch Via, P3 Group, der Landkreis Kelheim und die Technische Universität Berlin gehören – haben wir die Methoden und Verfahren zur Prüfbarkeit des hoch automatisierten Systems erprobt. Zudem haben wir alle für die Straßenzulassung erforderlichen Tests einschließlich Risikoanalysen der Betriebsbereiche durchgeführt und die Kommunikation mit den Zulassungsbehörden unterstützt. Dabei musste die im Rahmen der Genehmigungsprozesse erforderliche Risikoanalyse des gesamten Streckennetzes aufgrund des großen Betriebsbereichs ein sehr breites Spektrum an Fahrszenarien und Umgebungsbedingungen berücksichtigen. „Da für uns das Motto ‚Vision Zero‘ Programm ist, bringen wir gerne unsere langjährige Erfahrung mit hoch automatisierten Systemen und die wachsende Kompetenz innerhalb von KI-Anwendungen in zukunftsweisende Vorhaben wie das Projekt ,KelRideʻ ein“, sagt Dr.-Ing. Michael Fübi, Vorstandsvorsitzender der TÜV Rheinland AG.
Für weitere Informationen zu dem Thema stehen Ihnen unsere Expert:innen jederzeit gerne zur Verfügung! Schreiben Sie uns eine Mail mit dem Betreff „KelRide“.